Die Wanderfalken der Morizkiche

In der Coburger Morizirche brüten, in einem vom LBV Coburg installierten Brutkasten, Wanderfalken. Es ist absolut faszinierend diese faszinierenden Tiere zu beobachten.

Aktuell – Mitte Mai 2020 – ist eine besonders spannende Phase zu beobachten. Die beiden Jungvögel – schätzungsweise 5 Wochen alt – sind kurz vor dem Ausfliegen und genießen schon das Sonnenbad auf dem Abflugbrett vor ihrem Domizil im Kirchturm. Die Altvögel jagen im direkten Umkreis der Stadt vorwiegend nach Tauben und sorgen dafür, dass der Nachwuchs bald stark genug für den ersten Flug ist. Die Verantwortlichen beim LBV Coburg sind stolz auf das vierte Jahr hintereinander, in dem die Coburger Falken erfolgreich Nachwuchs zeugen.

Der Wanderfalke ist ein sehr bemerkenswerter Bewohner der Coburger Altstadt. Die Art entging in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts nur knapp ihrer Ausrottung. Ursache war der weltweit verbreitete Einsatz des Insektizides DDT, das der Wanderfalke am Ende der Nahrungskette stehend in hohen Konzentrationen aufnahm. Ein weitreichendes Verbot von DDT und strenge Unterschutzstellung der Vögel erlaubte es der Wanderfalkenpopulation, sich im Laufe der Jahrzehnte wieder zu erholen. Die Art ist nach wie vor streng geschützt.

Wanderfalken sind in unserer Region ausgesprochene Felsbrüter, ausnahmsweise werden aber auch “Ersatzfelsen” angenommen: mit Nistkästen versehene, hoch aufragende Gebäude können den schnellen Jägern der Lüfte als Brutplatz im urbanen Raum dienen. Der auf Vogeljagd spezialisierte Greifvogel ist ein gern gesehener Gast im Umfeld der häufig von Tauben überbevölkerten Altstädte. Durchschnittlich zwei bis vier Eier werden von beiden Elternvögeln bebrütet. In Coburg sind in diesem Jahr aus vier gelegten Eiern zwei Jungvögel entstanden.

Bernd Leuthäusser

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